Dumpster-Dias

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Dienstag, 4. August 2009

Der Erntemonat

Okay... lasst mich erstmal durchatmen.

Es ist eine ganz ganz lange Weile her, dass ich was geschrieben habe. Bis gestern Nacht war es ebenso lange her, dass ich containern war.
Und das, obwohl sich weder an meiner ideellen, noch an meiner finanziellen Motivation dafür etwas geändert hätte. Denn obwohl ich jetzt mehr als 48 Stunden die Woche arbeite, verdiene ich kaum etwas.
Der Grund, wieso ich erst jetzt, da sich die Jahreszeit Richtung Herbst bewegt, ans Containern denke, ist die Art der Arbeit, die ich verrichte. Ich muss keine genauen Namen nennen, sondern lasse einfach im Raum stehen, dass ich von meinem Arbeitsplatz genug für mich und für Food not bombs mitnehmen kann. Noch.
Das heisst, dass je näher der Winter kommt, desto mehr hier wieder zu lesen sein wird. Denke ich.

Jedenfalls war es die gleiche Situation wie immer, wenn ich lange nicht mehr unterwegs war. Nervosität vermischt sich mit dem wohligen Gefühl, einer identitätsstiftenden Tätigkeit nachzugehen. Angst vermischt sich mit der Gewissheit, dass ich noch so viel nach der Arbeit klauen gehen kann (was mich zusätzlich mit Lebensmitteln versorgt hat), ich mich doch anders nicht werde über Wasser halten können. Und die immense Vorfreude überwiegt Müdigkeit nach einem 9,5-Stunden-Tag mit nur wenig mehr als 4 Stunden Schlaf.

Ich habe mir einen Montag ausgesucht, weil ich in Erinnerung hatte, dass Montage die perfekten Containertage seien. Und dann bin ich meine übliche Tour gefahren.


Meine Ausbeute hat meine Erwartungen nicht übertroffen, aber versorgt mich gut genug. Es war für einmal nicht so, dass ich eine grosse Menge zurücklassen musste, die ich schlicht nicht hätte mitnehmen können, sondern, dass ich genau das vorfand, was ich mengenmässig etwa brauche. Brot hätte ich natürlich mehr hamstern können, aber das würde mir den Spass nehmen, wiedermal bei der Bäckerei vorbeizugehen.

Ich hoffe, meine Leser_Innen waren nicht so inaktiv wie ich in den letzten Monaten, denn es gibt offensichtlich immernoch viel zu holen. Dafür, dass wir im Erntemonat sind und noch Ferien sind, waren die Container, die ich gesehen habe, aber viel zu leer.

Bald bin ich zurück mit mehr. Und vergesst Food not bombs nicht, wir machen immernoch Aktionen hie und da und sind momentan auf der Suche nach Kochmöglichkeiten (Campingkocher oder dergleichen) - meldet euch!

www.foodnotbombs.ch.vu

Dienstag, 24. Februar 2009

Der Taumonat

Ich habe mit Updates in letzter Zeit etwas gegeizt, aber das hat nichts damit zu tun, dass ich nicht mehr so viel containern war - im Gegenteil, ich war sehr aktiv.
Nicht immer hat dabei was rausgeschaut für mich, aber die Fastnacht produziert viel Müll.
Ich habe intensiv am Food not bombs-Blog gearbeitet, also schaut ihn euch sicher mal an unter www.foodnotbombs.ch.vu - der andere auf Blogspot ist faktisch tot. Dort könnt ihr auch Fotos von unseren Aktionen anschauen.
Ich halte euch auch auf dem Laufenden, wann und wo wir nach draussen gehen werden.

Aber kommen wir zu den Fotos:



Rucksack mit Close-up des Inhalts

Alles Kartoffeln von einer Containertour! o.o












Ich hatte eigentlich schon lange vor, mich wieder für eine Zeit vegan zu ernähren (also nicht freegan), weil gesund ist das Zeug ja doch nicht. Aber uns ist dann aufgefallen, dass wir kaum mehr vegane Sachen gecontainert haben.
Natürlich gehe ich allerdings davon aus, dass ich im Sommer wieder massenhaft Früchte containern kann, von denen ich dann leben kann!

Samstag, 3. Januar 2009

No risk, no food

Neulich in unserer Stadt: wir haben uns zum Containern aufgemacht. Am Neujahrstag, also in der Nacht von dem Tag. Wie zu erwarten waren die angenehmsten Container (Migros, Spar, Denner) leer und wir mussten von Agglomeration zu Downtown pilgern.
Auf dem Rückweg fuhren wir wieder an dem Denner vorbei, wo wir zuvor gewesen waren. Das heisst, wir wären daran vorbei, wenn wir nicht früh genug bemerkt hätten, dass zwei Cops mit Hunden dabei waren, das Gelände abzusuchen. Eine vermeintliche Zivilistin war mit ihnen unterwegs, wahrscheinlich hatte sie uns bemerkt.
Auf dem weiteren Weg begegneten wir einer Polizeistreife - nichts Neues.
Dann aber etwas ganz Neues: ein Securitas, der die direkte Umgebung meiner Lieblings-Migros absicherte. Sehr unangenehm, aber zu holen gab es nichts.
Beim Brot Abstauben dann wieder eine unangenehme Überraschung in Form eines Mitarbeiters, der uns aber völlig ignorierte - gut, dass wir die Brottüten etwas abseits vom Hintereingang zu untersuchen pflegen.
Weiter gings an diesem Abend der übertriebenen Polizei- und Securitypräsenz mit mindestens einem Securitaswagen, der direkt dahin fuhr, wo wir hin wollten. Angesichts dessen, dass wir bis dahin etwa eine Stunde in der Kälte unterwegs gewesen waren und nur Käsesandwiches, Brot und Salat gefunden hatten, wurde der Trotz gegen diese vermeintliche Pechsträhne immer grösser.
Ich habe mich im Solomarkt dennoch aussergewöhnlich beeilt. Die Container mit dem Fertigzoix waren völlig verstellt, wie auch der Durchgang hinter dem Gitter zum Containerraum zugemüllt war. Die Grüntonnen waren aber voll genug und als ich zufrieden zu meinem Fahrrad lief, dachte ich mir, was für ein toller Slogan doch "No risk, no food" für unsergleichen wäre.

Wenn jemensch weiss, was die Wurzelteils da sind - comment plz!

Durch diesen Containergang hat sich dann letztlich noch deutlicher abgezeichnet, was wir am Montag an der Food not bombs-Vokü essen werden: Zucchetti und Auberginen!

Und was auch immer wir daraus machen werden, bei so vielen Äpfeln habe ich mich noch gestern Nacht dazu entschlossen, Apfelchutney zu kochen. Montag vorbeikommen, es schmeckt nicht schlecht.

Na dann, bis Montag!


Eure

Food not bombs-Crew

Mittwoch, 10. Dezember 2008

[Awards] Die alljährlichen Dumpsterdive-Awards

Von nun an werden wir jedes Jahr Dumpsterdive-Awards verleihen. Die Kategorien sind beliebig erweiterbar, sodass es jedes Geschäft, jeder Kette treffen kann, das in dem Jahr durch irgendetwas besonders aufgefallen ist.
Und dieses Jahr gehen die Awards an:


C&C Prodega
Dummy Award
Weil die PET-Flaschen jedes Mal hinter Gittern sind, aber das Essen nicht.

ALDI
Best Area
Nur im ALDI kann mensch sich so richtig austoben, ohne darauf zu achten, keinen Lärm zu machen, denn: kein Mensch wohnt irgendwo rundherum.
Award for outstanding achievements in the field of Piece of candy
Der Aldi liebt mich. Deswegen füllt er auch je einen Container ausschliesslich mit irgendeinem Schokokram.

Manor food / Solo Markt

Award for outstanding achievements in the field of Brot
Denn im Manor ist das Brot immer frisch und es hat immer sehr viel davon.

Migros

Award for outstanding achievements in the field of Früchte & Gemüse
Weil alles in Paletten und im Dunkeln und Kühlen gelagert wird, ist die Qualität hervorragend und wenn mal was da ist, dann ist die Auswahl auch nicht schlecht. Leider sehr unzuverlässig.
Getaway Award
Nachteil bei der Migros: mensch muss in Lastwagenanhänger reinklettern. Mich persönlich hat das schon zwei Mal beinahe Kopf und Kragen gekostet, weil es schwer bis unmöglich ist, im Krisenfall schnell da raus zu kommen und abzuhauen. Für mich waren beide Male meine gespitzten Öhrchen unverzichtbar.

Denner
Award for outstanding achievements in the field of Milchprodukte
Diesem Thema habe ich ja bereits einen Post gewidmet: beim Denner kann ich mich darauf verlassen, dass ich Milchprodukte finde. So gut wie jeden Tag. Leider scheint das ein lokales Phänomen zu sein.

Reformhaus (nicht Müller Vital Shop)
Award for outstanding achievements in the field of veganes Fertigzoix
Ich schreibe an dieser Stelle lieber nicht wo und auch nicht, welches Reformhaus genau gemeint ist, jedenfalls war das eine spontane Entdeckung, als wir uns einfach mal dachten, nachschauen könne ja nicht schaden. Wir wurden prompt belohnt mit verschiedenstem Tofu, veganen Wienern und Falafel.
Wie im Titel erwähnt gilt das leider nicht für Müller Vital Shops. Es lohnt sich eher, in privaten Naturkostläden in Dörfern oder kleineren Städten nachzuschauen.

Spar
Award for outstanding achievements in the field of meat (which is murder)
Die ersten drei bis vier Male war ich naiv genug zu glauben, es wäre nur beim vorherigen Mal so schlimm gewesen und ich würde bestimmt auch was Appetitliches finden. Zu meinem Pech war es dieses Jahr aber permanent so, dass der Spar grundsätzlich nur Fleisch ausserhalb des Grüncontainers entsorgt hat. Oder einfach so viel, dass ich nicht ohne Brechreiz an die anderen Sachen gekommen wäre.

Und last, but not least

Bahnhofscontainer

Most underrated
Das ist der einzige Container, den ich für euch orten werde: er steht neben dem Bahnhof Luzern. Ein- bis zweimal die Woche steht dort nämlich eine Grüntonne zum Abholen für die Müllabfuhr bereit - dementsprechend prall ist sie gefüllt. Sie wird von so gut wie niemandem wirklich berücksichtigt und verdient den most underrated-Award definitiv.

Aber genug von Awards.
Ich würde euch niemals enttäuschen und einfach keine Fotos posten, auch wenn ich mit meinem Handy fotografieren muss und nur einen kleinen Teil der Beute (weil der Rest schon aufgeteilt wurde) ablichten kann.
Es fehlen unglaublich viele Sachen, aber das macht dann doch wieder nichts aus. Punschkonfekt beispielsweise wird es am Montag an der ersten Food not bombs-Vokü in der i45 ganz viel geben.


Wir haben ausserdem noch einen Schnuller und einen Weihnachtskranz gefunden. Ach ja, eine Salbe für sonnenstrapazierte Haut speziell für Kinder auch und Williams-Schnaps. Alles nicht auf dem Foto. Nächstes Mal kommt wieder alles drauf.

Montag, 1. Dezember 2008

Vitamine gegen Grippe

Heute habe ich eine relativ grosse Runde gefahren. Ich bin nicht auf direktem Weg zu meinen Lieblingsplätzen gefahren, sondern habe die Agglomeration der Stadt ausgekundschaftet. Dabei habe ich dringlich benötigte Einrichtungsgegenstände gefunden, aber auch ziemlich gutes Essen. Abgerundet wurde die Tour heute dann doch durch den altbewährten Solomarkt, in dem ich unter anderem Orangensaft, Smoothies, Nektarinen und - endlich wiedermal - Zwiebeln vor der Vernichtung bewahrt habe.

Also, zu bemerken sei, dass die Kiste, wo die Nektarinen und Gipfeli drin sind, auch gecontainert ist. Ich brauche sie, um die Sachen, die ich für mich haben möchte, aufzubewahren. Wir hatten hier in der WG etwas Undeutlichkeit darüber.
Den Stift habe ich übrigens auch in einer Mülltüte gefunden. Scheint noch super zu funktionieren.

Heute auch wieder ein Bild einer Abfallkreation. Ich nenne sie: Steinpilzravioli an Ricotta-Cinque-Pi-Sauce mit Pilzen und dazu Feldsalat mit einer würzigen Vinaigrette. Hat super geschmeckt. Auch wenn das auf dem Foto nicht so rüberkommt.


Und wie ich schon erwähnt habe, habe ich noch einen Einrichtungsgegenstand gefunden, ich werde beizeiten noch raufstellen, was daraus geworden ist. Bis dahin übe ich mich in Schweigen darüber, was für Pläne ich mit diesem Sperrmüll habe.


Hoffe, es ist zu erkennen, was der Tisch ist, und was nicht.

Seht euch ruhig meine Diashow an und hinterlasst doch auch mal einen Kommentar, wenn euch danach ist. Ich gehe jetzt zwei Tage Wellness machen - vor einiger Zeit habe ich einen Gutschein dafür "gecontainert". (Nicht wirklich im Abfall, aber ich habe ihn gefunden)

Donnerstag, 27. November 2008

Oh, a piece of candy

Der versprochene Beitrag von der sogenannten "Aldi-Tour". Aldi ist letztlich auch der Höhepunkt jeder Container-Karriere und ich fühle mich doch verpflichtet zu erwähnen, dass auch wir uns bei unserer Tour etwas überladen haben - die Plastiktaschen, die wir an die Fahrräder gemacht hatten, rissen je in kurzen Abständen. Danach legten wir unabsichtlich eine "Piece of candy"-Spur aus "Choceur"-Keksen nach Hause.

Einer der coolsten Funde letzter Zeit war zweifellos der kleine Einkaufswagen, den ich mir schnellstmöglich zum Fahrradanhänger umbasteln werde. Er hat mir schon dabei geholfen, die Beute nach der Aufteilung in meine WG zu transportieren.

Schade jedenfalls, dass wir das Mineralwasser im Aldi zurücklassen mussten; lediglich eine Flasche hatte noch Platz.

Diese Beute wurde jedenfalls aufgeteilt auf zwei Haushalte à 3 Personen exklusive etwaige Zecken, zudem wird wohl auch einiges zu Vokü verarbeitet. Der Aldi hätte noch viel mehr hergegeben, vor allem Choceur-Kekse mussten wir massenhaften zurücklassen, obwohl wir doch massenhaft abgegriffen haben.

Montag, 24. November 2008

Handybilder sind auch Bilder

So, wieder eine erfolgreiche Tour und ich habe Bilder mitgebracht. Dieses Mal habe ich diese aber nur mit der Handykamera schiessen können, weil ich die ausgeliehene Kamera "blöderweise" zurückgegeben habe. Aber es ist damit zu rechnen, dass ich sie wiedermal haben darf, wenn ich lieb frage.
Der Titel sagt es jedenfalls: Handybilder sind auch Bilder!

Mein besonderer Stolz dieser Tour ist der Käse aus dem Bioladen und die gefüllten Pilze (es hatte einen ganzen Müllsack voll von Salat und ebendiesen)
Brot war diesmal völlig anders als erwartet - das aus der Bäckerei war so von Schneeschmelze durchweicht, dass ich es einfrieren musste.
Normalerweise kann ich mich auf die Bäckerei verlassen, also habe ich von den Unmengen an Brot im Solo-Markt keines genommen. Beim Kontrollblick in den Migroslastwagen auf meinem Nachhauseweg fiel mir allerdings ein ziemlich gut gefüllter Brotcontainer auf, den schon jemand um Inhalt dezimiert hatte, der allerdings immernoch überwältigend voll war.

Alles in allem fette Beute, was einerseits sehr passend kommt, weil ich heute den Kühlschrank ausgeräumt habe und mein ganzes Gemüse zu Vokü verarbeitet habe - andererseits hatte ich vor, Mittwochnacht in Aldi-Containern wühlend zu verbringen, um euch dann am Donnerstag mit den Schätzen von dort zu überrumpeln.
Vielleicht kommt meinen Plänen auch völlig unerwartet ein Job dazwischen... schliesslich musste ich gerade die Gasrechnung zahlen und es war nicht die letzte Rechnung, glaube ich.

Als kleiner Nachtrag noch, was ich aus einigen meiner gecontainerten Sachen gekocht habe:

Dafür habe ich Broccoli, Schnittlauch, drei Eier (für gebratenen Reis), Rettichsprossen und Pilzmischung von diesem Mal und Knoblauch, Ingwer, Zwiebeln und eine Rübe von anderen Malen zu einem Stir-Fry mit Pilzsauce verarbeitet. Den Reis habe ich nicht gecontainert. Stattdessen habe ich zu besseren Tagen in einen 10 Kilosack Reis investiert. Nur empfehlenswert!

Es war übrigens besonders schwer für mich, Eier zu essen, nachdem ich seit einer halben Ewigkeit keine mehr gegessen habe. Frische Eier aus dem Container sind eine heikle Sache und als ich die mitgenommen habe, hatte ich nicht vor, sie zu Essen zu verarbeiten, aber sie haben super geschmeckt. Ich denke nicht, dass ich bei dem Geruch und Geschmack in den nächsten Tagen noch mit Symptomen zu rechnen habe.