Dumpster-Dias

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Dienstag, 24. Februar 2009

Der Taumonat

Ich habe mit Updates in letzter Zeit etwas gegeizt, aber das hat nichts damit zu tun, dass ich nicht mehr so viel containern war - im Gegenteil, ich war sehr aktiv.
Nicht immer hat dabei was rausgeschaut für mich, aber die Fastnacht produziert viel Müll.
Ich habe intensiv am Food not bombs-Blog gearbeitet, also schaut ihn euch sicher mal an unter www.foodnotbombs.ch.vu - der andere auf Blogspot ist faktisch tot. Dort könnt ihr auch Fotos von unseren Aktionen anschauen.
Ich halte euch auch auf dem Laufenden, wann und wo wir nach draussen gehen werden.

Aber kommen wir zu den Fotos:



Rucksack mit Close-up des Inhalts

Alles Kartoffeln von einer Containertour! o.o












Ich hatte eigentlich schon lange vor, mich wieder für eine Zeit vegan zu ernähren (also nicht freegan), weil gesund ist das Zeug ja doch nicht. Aber uns ist dann aufgefallen, dass wir kaum mehr vegane Sachen gecontainert haben.
Natürlich gehe ich allerdings davon aus, dass ich im Sommer wieder massenhaft Früchte containern kann, von denen ich dann leben kann!

Samstag, 3. Januar 2009

No risk, no food

Neulich in unserer Stadt: wir haben uns zum Containern aufgemacht. Am Neujahrstag, also in der Nacht von dem Tag. Wie zu erwarten waren die angenehmsten Container (Migros, Spar, Denner) leer und wir mussten von Agglomeration zu Downtown pilgern.
Auf dem Rückweg fuhren wir wieder an dem Denner vorbei, wo wir zuvor gewesen waren. Das heisst, wir wären daran vorbei, wenn wir nicht früh genug bemerkt hätten, dass zwei Cops mit Hunden dabei waren, das Gelände abzusuchen. Eine vermeintliche Zivilistin war mit ihnen unterwegs, wahrscheinlich hatte sie uns bemerkt.
Auf dem weiteren Weg begegneten wir einer Polizeistreife - nichts Neues.
Dann aber etwas ganz Neues: ein Securitas, der die direkte Umgebung meiner Lieblings-Migros absicherte. Sehr unangenehm, aber zu holen gab es nichts.
Beim Brot Abstauben dann wieder eine unangenehme Überraschung in Form eines Mitarbeiters, der uns aber völlig ignorierte - gut, dass wir die Brottüten etwas abseits vom Hintereingang zu untersuchen pflegen.
Weiter gings an diesem Abend der übertriebenen Polizei- und Securitypräsenz mit mindestens einem Securitaswagen, der direkt dahin fuhr, wo wir hin wollten. Angesichts dessen, dass wir bis dahin etwa eine Stunde in der Kälte unterwegs gewesen waren und nur Käsesandwiches, Brot und Salat gefunden hatten, wurde der Trotz gegen diese vermeintliche Pechsträhne immer grösser.
Ich habe mich im Solomarkt dennoch aussergewöhnlich beeilt. Die Container mit dem Fertigzoix waren völlig verstellt, wie auch der Durchgang hinter dem Gitter zum Containerraum zugemüllt war. Die Grüntonnen waren aber voll genug und als ich zufrieden zu meinem Fahrrad lief, dachte ich mir, was für ein toller Slogan doch "No risk, no food" für unsergleichen wäre.

Wenn jemensch weiss, was die Wurzelteils da sind - comment plz!

Durch diesen Containergang hat sich dann letztlich noch deutlicher abgezeichnet, was wir am Montag an der Food not bombs-Vokü essen werden: Zucchetti und Auberginen!

Und was auch immer wir daraus machen werden, bei so vielen Äpfeln habe ich mich noch gestern Nacht dazu entschlossen, Apfelchutney zu kochen. Montag vorbeikommen, es schmeckt nicht schlecht.

Na dann, bis Montag!


Eure

Food not bombs-Crew

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Fondue

Ja, Fondue!
Ziemlich krass, muss ich zugeben, aber trotzdem very pleasing.

Die Fotos kommen dieses Mal etwas spät. Ich muss auch ganz ehrlich zugeben, dass ich nicht mehr so viel unterwegs war in letzter Zeit. Das liegt einerseits an der beissenden Kälte, andererseits auch daran, dass ich nicht mehr oft zu Hause war, also kaum zu Hause gegessen habe.




Wie versprochen möchte ich auch noch zeigen, was aus dem Sperrmüll geworden ist:


Ich habe mittlerweile auch das zweite Brettchen angebracht, sodass man die Steckdose nicht mal mehr sieht. Befindet sich übrigens neben meinem Bett.

Genug davon.
Ich möchte an dieser Stelle auf ein neues Projekt hinweisen, dass eigentlich so ziemlich aus diesem Blog entstanden ist.
Zu diesem Projekt gibt es sogar einen eigenen Blog, der so ziemlich aussieht wie der hier, aber noch leerer an Inhalt ist.
Das Projekt jedenfalls:Ihr seht, es handelt sich um eine Food not bombs-Gruppe für die Zentralschweiz. Diese Bezeichnung wurde so gewählt, weil es sich um eine Art Zusammenschluss von öffentlichen Voküs in Luzern und Zug (bis jetzt) handelt. Konkret mit dabei sind schonmal die Bahnhofsvokü in Luzern (auf dem Blog gibt es dann darüber noch einen Beitrag) und die FNB-Vokü der Piratenbar in Zug, die nächsten Montag das erste Mal statt finden wird. Auch dazu werde ich noch genauere Infos auf dem FNB-Blog posten, grundsätzlich könnt ihr aber auch einfach einen Kommentar hinterlassen, wenn ihr kommen wollt, aber nicht wisst, wohin.

Schonmal vorab der erste Flyer:


Das Kleingedruckte ist Emil Manser nachempfunden und sollte nicht allzu ernst genommen werden.
Ach ja, Food not bombs ist übrigens immer vegan, versteht sich, auch wenn wir oft vornehmlich unveganes Zeug containern.

Das wars wieder einmal, ich melde mich bald wieder mit neuen Fotos; heute ist wieder ein Streifzug zu zweit geplant, inklusive Aldi-Konsultation. Das war übrigens einer der Hauptgründe, dass das Food not bombs-Projekt zustandegekommen ist: die Unmengen an gutem Essen, die insbesondere auf diesen Streifzügen zu zweit in unseren Taschen landen. Wer jetzt nicht weiss, wovon die Rede ist, soll sich doch mal den Beitrag "Oh, a piece of candy" über die letzte solche Tour ansehen.

Ich bin immer froh über Rückmeldungen und vielleicht sieht mensch sich ja bald an einer FNB-Vokü.

Montag, 24. November 2008

Handybilder sind auch Bilder

So, wieder eine erfolgreiche Tour und ich habe Bilder mitgebracht. Dieses Mal habe ich diese aber nur mit der Handykamera schiessen können, weil ich die ausgeliehene Kamera "blöderweise" zurückgegeben habe. Aber es ist damit zu rechnen, dass ich sie wiedermal haben darf, wenn ich lieb frage.
Der Titel sagt es jedenfalls: Handybilder sind auch Bilder!

Mein besonderer Stolz dieser Tour ist der Käse aus dem Bioladen und die gefüllten Pilze (es hatte einen ganzen Müllsack voll von Salat und ebendiesen)
Brot war diesmal völlig anders als erwartet - das aus der Bäckerei war so von Schneeschmelze durchweicht, dass ich es einfrieren musste.
Normalerweise kann ich mich auf die Bäckerei verlassen, also habe ich von den Unmengen an Brot im Solo-Markt keines genommen. Beim Kontrollblick in den Migroslastwagen auf meinem Nachhauseweg fiel mir allerdings ein ziemlich gut gefüllter Brotcontainer auf, den schon jemand um Inhalt dezimiert hatte, der allerdings immernoch überwältigend voll war.

Alles in allem fette Beute, was einerseits sehr passend kommt, weil ich heute den Kühlschrank ausgeräumt habe und mein ganzes Gemüse zu Vokü verarbeitet habe - andererseits hatte ich vor, Mittwochnacht in Aldi-Containern wühlend zu verbringen, um euch dann am Donnerstag mit den Schätzen von dort zu überrumpeln.
Vielleicht kommt meinen Plänen auch völlig unerwartet ein Job dazwischen... schliesslich musste ich gerade die Gasrechnung zahlen und es war nicht die letzte Rechnung, glaube ich.

Als kleiner Nachtrag noch, was ich aus einigen meiner gecontainerten Sachen gekocht habe:

Dafür habe ich Broccoli, Schnittlauch, drei Eier (für gebratenen Reis), Rettichsprossen und Pilzmischung von diesem Mal und Knoblauch, Ingwer, Zwiebeln und eine Rübe von anderen Malen zu einem Stir-Fry mit Pilzsauce verarbeitet. Den Reis habe ich nicht gecontainert. Stattdessen habe ich zu besseren Tagen in einen 10 Kilosack Reis investiert. Nur empfehlenswert!

Es war übrigens besonders schwer für mich, Eier zu essen, nachdem ich seit einer halben Ewigkeit keine mehr gegessen habe. Frische Eier aus dem Container sind eine heikle Sache und als ich die mitgenommen habe, hatte ich nicht vor, sie zu Essen zu verarbeiten, aber sie haben super geschmeckt. Ich denke nicht, dass ich bei dem Geruch und Geschmack in den nächsten Tagen noch mit Symptomen zu rechnen habe.

Mittwoch, 19. November 2008

Boom!

Ich containere nun ein Jahr in dieser Gegend. In diesem Jahr habe ich es weit gebracht - vom Gemüsepaletten in Migros-Lastwagen abgreifen zum gezielten Müll Durchwühlen.
In dieser Zeit habe ich die Vorzüge des Containerns für mich entdecken können und habe es zunehmend verstanden, Gelüste meiner zu decken, die durch den Kauf der Ware ethisch und finanziell nicht verantwortbar gewesen wären. In der Anfangsphase meiner Laufbahn als Dumpster Diver bin ich jeden Monat einkaufen gegangen. Mittlerweile scheint es manchmal lachhaft, nur schon daran zu denken.

In diesem Blog will ich möglichst vielen Menschen das Containern als Überlebensstrategie, Konsumverneinung und auch Kampfmittel gegen die kapitalistische Zivilgesellschaft näherbringen. Ich glaube keineswegs, dass Containern politischen Aktivismus ersetzt, aber es ist bereichernd für jede_N[1], menschlich wie ideologisch, erleichtert (oder ermöglicht in gewissen Fällen überhaupt) das Überleben und kann auch die Mittelbeschaffung im politischen Umfeld erleichtern.

Und jetzt fange ich mit dem versprochenen Boom! an. In meinen Beiträgen werde ich von jetzt an jeweils Fotos von erbeuteten Sachen zeigen. Bei Gelegenheit werden Fotos von dem hinzukommen, was ich daraus zubereitet habe. Vielleicht folgen auch das ein oder andere Video einer Container-Tour.



Wenn ich sowas wie die Brownies sehe, dann nehme ich alles mit, was ich tragen kann, denn die sind meist schneller weg, als neue beschafft sind.

[1] Ich möchte mir in diesem Blog Mühe geben, eine antisexistische Sprache zu etablieren. Hierfür werde ich nicht nur die "weibliche" Form integrieren, wo angebracht, sondern füge ein "_" dazwischen ein, um auch diejenigen Menschen einzubeziehen, die sich aktiv gegen die gesellschaftlich etablierte Gender-Dualität stellen.