Dumpster-Dias

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Dienstag, 24. Februar 2009

Der Taumonat

Ich habe mit Updates in letzter Zeit etwas gegeizt, aber das hat nichts damit zu tun, dass ich nicht mehr so viel containern war - im Gegenteil, ich war sehr aktiv.
Nicht immer hat dabei was rausgeschaut für mich, aber die Fastnacht produziert viel Müll.
Ich habe intensiv am Food not bombs-Blog gearbeitet, also schaut ihn euch sicher mal an unter www.foodnotbombs.ch.vu - der andere auf Blogspot ist faktisch tot. Dort könnt ihr auch Fotos von unseren Aktionen anschauen.
Ich halte euch auch auf dem Laufenden, wann und wo wir nach draussen gehen werden.

Aber kommen wir zu den Fotos:



Rucksack mit Close-up des Inhalts

Alles Kartoffeln von einer Containertour! o.o












Ich hatte eigentlich schon lange vor, mich wieder für eine Zeit vegan zu ernähren (also nicht freegan), weil gesund ist das Zeug ja doch nicht. Aber uns ist dann aufgefallen, dass wir kaum mehr vegane Sachen gecontainert haben.
Natürlich gehe ich allerdings davon aus, dass ich im Sommer wieder massenhaft Früchte containern kann, von denen ich dann leben kann!

Mittwoch, 10. Dezember 2008

[Awards] Die alljährlichen Dumpsterdive-Awards

Von nun an werden wir jedes Jahr Dumpsterdive-Awards verleihen. Die Kategorien sind beliebig erweiterbar, sodass es jedes Geschäft, jeder Kette treffen kann, das in dem Jahr durch irgendetwas besonders aufgefallen ist.
Und dieses Jahr gehen die Awards an:


C&C Prodega
Dummy Award
Weil die PET-Flaschen jedes Mal hinter Gittern sind, aber das Essen nicht.

ALDI
Best Area
Nur im ALDI kann mensch sich so richtig austoben, ohne darauf zu achten, keinen Lärm zu machen, denn: kein Mensch wohnt irgendwo rundherum.
Award for outstanding achievements in the field of Piece of candy
Der Aldi liebt mich. Deswegen füllt er auch je einen Container ausschliesslich mit irgendeinem Schokokram.

Manor food / Solo Markt

Award for outstanding achievements in the field of Brot
Denn im Manor ist das Brot immer frisch und es hat immer sehr viel davon.

Migros

Award for outstanding achievements in the field of Früchte & Gemüse
Weil alles in Paletten und im Dunkeln und Kühlen gelagert wird, ist die Qualität hervorragend und wenn mal was da ist, dann ist die Auswahl auch nicht schlecht. Leider sehr unzuverlässig.
Getaway Award
Nachteil bei der Migros: mensch muss in Lastwagenanhänger reinklettern. Mich persönlich hat das schon zwei Mal beinahe Kopf und Kragen gekostet, weil es schwer bis unmöglich ist, im Krisenfall schnell da raus zu kommen und abzuhauen. Für mich waren beide Male meine gespitzten Öhrchen unverzichtbar.

Denner
Award for outstanding achievements in the field of Milchprodukte
Diesem Thema habe ich ja bereits einen Post gewidmet: beim Denner kann ich mich darauf verlassen, dass ich Milchprodukte finde. So gut wie jeden Tag. Leider scheint das ein lokales Phänomen zu sein.

Reformhaus (nicht Müller Vital Shop)
Award for outstanding achievements in the field of veganes Fertigzoix
Ich schreibe an dieser Stelle lieber nicht wo und auch nicht, welches Reformhaus genau gemeint ist, jedenfalls war das eine spontane Entdeckung, als wir uns einfach mal dachten, nachschauen könne ja nicht schaden. Wir wurden prompt belohnt mit verschiedenstem Tofu, veganen Wienern und Falafel.
Wie im Titel erwähnt gilt das leider nicht für Müller Vital Shops. Es lohnt sich eher, in privaten Naturkostläden in Dörfern oder kleineren Städten nachzuschauen.

Spar
Award for outstanding achievements in the field of meat (which is murder)
Die ersten drei bis vier Male war ich naiv genug zu glauben, es wäre nur beim vorherigen Mal so schlimm gewesen und ich würde bestimmt auch was Appetitliches finden. Zu meinem Pech war es dieses Jahr aber permanent so, dass der Spar grundsätzlich nur Fleisch ausserhalb des Grüncontainers entsorgt hat. Oder einfach so viel, dass ich nicht ohne Brechreiz an die anderen Sachen gekommen wäre.

Und last, but not least

Bahnhofscontainer

Most underrated
Das ist der einzige Container, den ich für euch orten werde: er steht neben dem Bahnhof Luzern. Ein- bis zweimal die Woche steht dort nämlich eine Grüntonne zum Abholen für die Müllabfuhr bereit - dementsprechend prall ist sie gefüllt. Sie wird von so gut wie niemandem wirklich berücksichtigt und verdient den most underrated-Award definitiv.

Aber genug von Awards.
Ich würde euch niemals enttäuschen und einfach keine Fotos posten, auch wenn ich mit meinem Handy fotografieren muss und nur einen kleinen Teil der Beute (weil der Rest schon aufgeteilt wurde) ablichten kann.
Es fehlen unglaublich viele Sachen, aber das macht dann doch wieder nichts aus. Punschkonfekt beispielsweise wird es am Montag an der ersten Food not bombs-Vokü in der i45 ganz viel geben.


Wir haben ausserdem noch einen Schnuller und einen Weihnachtskranz gefunden. Ach ja, eine Salbe für sonnenstrapazierte Haut speziell für Kinder auch und Williams-Schnaps. Alles nicht auf dem Foto. Nächstes Mal kommt wieder alles drauf.

Montag, 1. Dezember 2008

Vitamine gegen Grippe

Heute habe ich eine relativ grosse Runde gefahren. Ich bin nicht auf direktem Weg zu meinen Lieblingsplätzen gefahren, sondern habe die Agglomeration der Stadt ausgekundschaftet. Dabei habe ich dringlich benötigte Einrichtungsgegenstände gefunden, aber auch ziemlich gutes Essen. Abgerundet wurde die Tour heute dann doch durch den altbewährten Solomarkt, in dem ich unter anderem Orangensaft, Smoothies, Nektarinen und - endlich wiedermal - Zwiebeln vor der Vernichtung bewahrt habe.

Also, zu bemerken sei, dass die Kiste, wo die Nektarinen und Gipfeli drin sind, auch gecontainert ist. Ich brauche sie, um die Sachen, die ich für mich haben möchte, aufzubewahren. Wir hatten hier in der WG etwas Undeutlichkeit darüber.
Den Stift habe ich übrigens auch in einer Mülltüte gefunden. Scheint noch super zu funktionieren.

Heute auch wieder ein Bild einer Abfallkreation. Ich nenne sie: Steinpilzravioli an Ricotta-Cinque-Pi-Sauce mit Pilzen und dazu Feldsalat mit einer würzigen Vinaigrette. Hat super geschmeckt. Auch wenn das auf dem Foto nicht so rüberkommt.


Und wie ich schon erwähnt habe, habe ich noch einen Einrichtungsgegenstand gefunden, ich werde beizeiten noch raufstellen, was daraus geworden ist. Bis dahin übe ich mich in Schweigen darüber, was für Pläne ich mit diesem Sperrmüll habe.


Hoffe, es ist zu erkennen, was der Tisch ist, und was nicht.

Seht euch ruhig meine Diashow an und hinterlasst doch auch mal einen Kommentar, wenn euch danach ist. Ich gehe jetzt zwei Tage Wellness machen - vor einiger Zeit habe ich einen Gutschein dafür "gecontainert". (Nicht wirklich im Abfall, aber ich habe ihn gefunden)

Mittwoch, 19. November 2008

Boom!

Ich containere nun ein Jahr in dieser Gegend. In diesem Jahr habe ich es weit gebracht - vom Gemüsepaletten in Migros-Lastwagen abgreifen zum gezielten Müll Durchwühlen.
In dieser Zeit habe ich die Vorzüge des Containerns für mich entdecken können und habe es zunehmend verstanden, Gelüste meiner zu decken, die durch den Kauf der Ware ethisch und finanziell nicht verantwortbar gewesen wären. In der Anfangsphase meiner Laufbahn als Dumpster Diver bin ich jeden Monat einkaufen gegangen. Mittlerweile scheint es manchmal lachhaft, nur schon daran zu denken.

In diesem Blog will ich möglichst vielen Menschen das Containern als Überlebensstrategie, Konsumverneinung und auch Kampfmittel gegen die kapitalistische Zivilgesellschaft näherbringen. Ich glaube keineswegs, dass Containern politischen Aktivismus ersetzt, aber es ist bereichernd für jede_N[1], menschlich wie ideologisch, erleichtert (oder ermöglicht in gewissen Fällen überhaupt) das Überleben und kann auch die Mittelbeschaffung im politischen Umfeld erleichtern.

Und jetzt fange ich mit dem versprochenen Boom! an. In meinen Beiträgen werde ich von jetzt an jeweils Fotos von erbeuteten Sachen zeigen. Bei Gelegenheit werden Fotos von dem hinzukommen, was ich daraus zubereitet habe. Vielleicht folgen auch das ein oder andere Video einer Container-Tour.



Wenn ich sowas wie die Brownies sehe, dann nehme ich alles mit, was ich tragen kann, denn die sind meist schneller weg, als neue beschafft sind.

[1] Ich möchte mir in diesem Blog Mühe geben, eine antisexistische Sprache zu etablieren. Hierfür werde ich nicht nur die "weibliche" Form integrieren, wo angebracht, sondern füge ein "_" dazwischen ein, um auch diejenigen Menschen einzubeziehen, die sich aktiv gegen die gesellschaftlich etablierte Gender-Dualität stellen.